Mai 2019

Habe ich nicht vor kurzem hier geschrieben, daß ich mir ein Buch über Harmonielehre gekauft habe?

Es ist, als hätte ich ein Gesicht gehabt!

In der letzten Jazzklavierstunde wurde ich mit der Kadenz noch mal konfrontiert. Nicht diese Jazzkadenzen, die Stufen II, IV und I. Die, die ich in der Durtonleiter auf zwei Blätter präsentiert bekommen habe. Und nun eigentlich schon auswendig spielen können sollte, wenn ich sie mir denn regelmäßig vorgenommen und auswendig spielen gelernt hätte. Himmel, mein Hirn. Und mein großer Feind, die Zeit.

Heute aber ging es um Tonika und Dominante. Und um den „Faulenzer“. Ein süßer Begriff um die gleiche Stufe im nächstfolgenden Takt zu bezeichnen. Das Thema ist nicht so schwierig und leuchtet mir ein.

Dann ist mir eingefallen, das im Clavioforum das Thema ausführlich bearbeitet wird. Habe mir vor ein paar Wochen deshalb das Buch „Harmonielehre im Selbststudium“ auch gekauft um mitzumachen.

Aus Zeitgründen allerdings noch nicht reingeschaut.

Jetzt erkannt, das es die Gelegenheit und ein guter Anlaß ist, mich mit den Aufgaben vertraut zu machen. Da geht es gleich zur Sache und ich habe mich zusätzlich gleich noch mit der Subdominate beschäftigen dürfen.

Man kann jeden Ton in einem Stück mit einem der dreien Bezeichnungen kennzeichnen. Der erste Ton oder Dreiklang in einem Stück ist in der Regel die Tonika. Der letzte Ton als Tonika schließt normalerweise das Stück oder Lied.

Wichtig ist die Tonart, entsprechend verändern sich die Stufen. Beginnt ein Stück in C, ist die vierte Stufe die Subdominate ein F, die fünfte Stufe die Dominante ein G.

(Beginnt das Stück beispielsweise in F, ist die die Subdominate ein H und die Dominante ein C.)

In der Tonika enthalten ist jeweils ein gleicher Ton aus der Subdominaten und der Dominanten.

20190607 200911 1In dem Übungsbuch gibt es einige Aufgaben, die ich mir zutraue und auch lösen kann. Hinten im Buch sind Vorschläge aufgezeigt. Die erste Aufgabe ist ein vierstimmiger Choral der nicht  besonders schwer zu lösen war. Danach kamen ein paar einstimmige Sätze wo die T, S und D sich nahezu in jedem Ton verändern kann.

Daran habe ich mir fast die Zähne ausgebissen. Saß drei Abende vor den Aufgaben, hatte die Lösung ja von hinten aus dem Buch parat, wußte aber nicht auf welchen Weg man dahin gelangen kann. In dem Choral hatten sich die drei immer taktweise geändert.

Mein Chorleiter hatte keine Zeit mir die Frage zu beantworten, er meinte das würde länger als fünf Minuten dauern. Am dritten Abend verstand ich dann plötzlich von alleine wie man vorgehen muß. Das war ein schöner Moment.

Leider dauert bei mir sowas immer so lange.

Ich muß mir erstmal über die Tonart klar werden. Bisher habe ich ja erst drei kennengelernt. Dann muß ich mir die Reihenfolge zurechtdenken und aufschreiben. Dann T, S und D benennen. Entsprechend den Akkord dazu herausfinden. Am besten auch mit den Vorzeichen dazu. Und die günstigste Lage der dreien dazu erkennen.

Dafür brauche ich mindensten 3 bis 5 Minuten Zeit. Und dann muß ich das ganze nochmal mit einem Notenschemablatt nachkontrollieren. Leider muß das so sein, ich habe die Noten nicht immer richtig erkannt.

Dann muß mein immer noch unsicherer und forschender Blick die einzelnen Noten in den Aufgaben richtig erkennen und der T, S und D zuordnen können.

In der nächsten Aufgabe dann eine andere Tonart mit neuen Akkorden.

Notwendig dazu: Konzentration, ein Bleistift und mein guter Freund, der neue Radiergummi, der fast keinen Abrieb beim Radieren produziert. Nicht unerheblich wenn man am Klavier arbeitet und die ganzen Wutzerln dann zwischen den Tasten zu verschwinden drohen.

Denn es ist eine gute Idee die Noten auf dem Klavier zu spielen, man hört überraschenderweise sehr gut ob im Zweifel die Dominate oder die Tonika richtig wäre. Das Ohr, selbst mein ungeschultes, hört sogleich welche Lösung die richtige ist. Das hilft beim Bearbeiten.

Diese Aufgaben machen mir überraschenderweise sogar ein bisschen Spaß. Das will ich gerne zugeben.
Aber ganz hinten in meinem Kopf frage ich mich doch wofür das Ganze gut sein soll. Was für einen Gewinn habe ich davon? Werden mir solche tiefgreifenden harmonischen Zusammenhänge und Faktoren helfen irgendwann das Spielen leichter zu erlernen?

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